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Diamanthaas mit Rotweinsoße

Diamanthaas sitzt versteckt am Rippenstück des Rinds und wird von vielen Metzgern selten separat angeboten. Schade, denn dieses Stück Fleisch ist zart, geschmacksintensiv und in weniger als fünf Minuten gegart. Das Einzige, was du zum sauberen Auslösen brauchst, ist ein scharfes und flexibles Ausbeinmesser, das genau den Konturen des Knochens folgt. Kombiniere es anschließend mit einem guten Fleischmesser um das Fleisch sauber quer zur Faser am Tisch zu portionieren. Das Ergebnis ist ein Teller, der wirklich beeindruckend aussieht – ganz ohne professionelle Kochausbildung.

Rezept

Diamanthaas mit Rotweinsoße

Diamanthaas ist ein zartes und aromatisches Stück Rindfleisch, das am Rippenstück verborgen sitzt. Mit einem scharfen Ausbeinmesser löst du es selbst präzise heraus und brätst es in wenigen Minuten rosa.

Gang Hauptgericht
Küche Französisch
Portionen 2 Personen

Vorbereitungszeit

Vorbereitungszeit 15 Min.
Mindestens einrichten. 5 Min.
Gesamt 55 Min.

Benötigte Geräte & Materialien

  • Ausbeinmesser
  • Fleischmesser
  • Schneidebrett
  • Gusseiserne Pfanne
  • Holzlöffel
  • Alufolie
  • Küchenpapier

Zutaten

  • 600 g Diamanthaas am Knochen
  • 1 TL grobes Meersalz
  • 1 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 EL Sonnenblumenöl
  • 2 Schalotten, fein gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 150 ml trockener Rotwein
  • 200 ml Rinderbrühe
  • 3 Zweige frischer Thymian
  • 30 g kalte Butter, in Würfeln

Wie macht man Diamanthaas mit Rotweinsoße?

    1. Das Fleisch 30 Minuten vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen. Kaltes Fleisch gart ungleichmäßig, weil die Außenseite bereits gar ist, während der Kern noch roh ist. Bei Zimmertemperatur gelingt das deutlich gleichmäßiger.
    2. Das Rippenstück auf ein stabiles Schneidebrett legen. Mit einem Ausbeinmesser mit schmalem, flexiblem Klingenblatt das Fleisch eng am Knochen entlangschneiden. Mit kleinen, kontrollierten Zugbewegungen Richtung Knochen arbeiten und die Klinge die Arbeit machen lassen – nicht die Handgelenkkraft. So bleibt so wenig Fleisch wie möglich am Knochen zurück.
    3. Lose Silberhaut oder Sehnen mit der Spitze des Ausbeinmessers entfernen. Die Haut mit den Fingern straff ziehen, während man schneidet, damit sie sich in einer Bewegung lösen lässt, ohne Fleisch zu verschwenden. Silberhaut zieht sich beim Braten zusammen und verformt das Fleisch, daher lohnt sich das Entfernen.
    4. Die Diamanthaas-Stücke mit Küchenpapier trocken tupfen und rundum mit 1 TL grobem Meersalz und 1 TL frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer würzen. Trockenes Fleisch bildet eine schönere, gleichmäßigere Kruste als feuchtes Fleisch.
    5. Eine gusseiserne Pfanne bei hoher Hitze mindestens 2 Minuten lang richtig heiß werden lassen. 1 EL Sonnenblumenöl hinzugeben. Die Diamanthaas-Stücke 2 Minuten pro Seite für einen rosa Kern braten. Nicht auf das Fleisch drücken und es nicht bewegen: ruhig liegen lassen, damit sich eine echte Kruste bilden kann.
    6. Das Fleisch aus der Pfanne nehmen und auf einem warmen Schneidebrett ruhen lassen. 5 Minuten unter einem Stück Alufolie ruhen lassen. Das Ruhen ist kein Luxus: Die Muskelfasern entspannen sich und der Fleischsaft verteilt sich neu, sodass er beim Anschneiden im Fleisch bleibt und nicht auf das Brett läuft.
    7. Das Bratfett in der Pfanne lassen und die Hitze auf mittlere Stufe reduzieren. Die 2 fein gehackten Schalotten und 2 Knoblauchzehen hinzugeben und 2 Minuten anschwitzen. Mit 150 ml Rotwein ablöschen und die Röstaromen mit einem Holzlöffel vom Boden kratzen. Diese Röstaromen sind purer, konzentrierter Geschmack.
    8. 200 ml Rinderbrühe und 3 Zweige frischen Thymian hinzugeben. Die Soße bei mittlerer Hitze auf die Hälfte einkochen lassen, etwa 8 Minuten. Man sieht, wie die Soße dicker wird und sich langsamer in der Pfanne bewegt. Dann 30 g kalte Butter in Würfeln einrühren für Glanz und einen runden Körper. Abschmecken und mit Salz und Pfeffer würzen.
    9. Die ausgeruhten Diamanthaas-Stücke mit einem scharfen Fleischmesser quer zur Faser in etwa 1 cm dicke Scheiben schneiden. Quer zur Faser zu schneiden verkürzt die Muskelfasern, sodass sich jeder Bissen zarter im Mund anfühlt.
    10. Die Scheiben auf vorgewärmte Teller verteilen und die Rotweinsoße darüber löffeln. Sofort servieren, denn dieses Fleisch ist direkt nach dem Anschneiden am besten.

Das Auslösen von Diamanthaas gelingt deutlich leichter, wenn die Klinge wirklich scharf ist. Ein stumpfes Messer drückt, anstatt zu schneiden, und lässt so mehr Fleisch am Knochen zurück als nötig. Immer mit der Klinge Richtung Knochen arbeiten, nie davon weg – so behält man die Kontrolle. Nach dem Braten ist das Ruhen genauso wichtig wie die Zubereitung selbst: Die Muskelfasern entspannen sich und die Feuchtigkeit verteilt sich gleichmäßig im Fleisch. Diese fünf Minuten nicht überspringen, auch nicht bei Zeitdruck. Es macht einen sichtbaren Unterschied, wie viel Saft auf dem Teller bleibt.

Kein Diamanthaas beim Metzger zu finden? Gezielt danach fragen, denn viele Metzger schneiden dieses Stück als Teil eines größeren Zuschnitt weg. Als Alternative funktioniert Onglet auf ähnliche Weise in diesem Rezept. Für die Soße lässt sich der Rotwein durch 150 ml dunkles Bier ersetzen – für ein etwas erdiges, robusteres Ergebnis. Wer dieses Gericht für vier Personen zubereitet, verdoppelt einfach die Mengen und brät das Fleisch in zwei Durchgängen, damit die Pfanne auf Temperatur bleibt und kein Dampfeffekt entsteht.